Krebsprävention bei Kindern und Jugendlichen

Im Kindes- und Jugendalter können wir wichtige Grundsteine für ein gesundes Leben legen. Das gilt auch für die Entstehung von Krebs. Ausgewogene Ernährung, das Vermeiden von Übergewicht, viel Bewegung, Schutz der jungen Haut vor UV-Strahlen und die „Rauch-Prävention“ sind hier wichtige Maßnahmen. Um das Krebsrisiko zu reduzieren oder Erkrankungen gar nicht erst entstehen zu lassen, gibt es zudem Impfungen. Für Säuglinge und Kleinkinder empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts seit 1995 eine Impfung gegen das Hepatitis-B-Virus, das Leberkrebs verursachen kann. Ab dem Alter von neun Jahren wird mit der HPV-Impfung eine weitere Impfung für Jungen und Mädchen empfohlen.

Die HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs und weiteren Krebsarten

Krebsursache sind Humane Papillomviren (HPV). Fast jeder Mensch infiziert sich im Verlaufe seines Lebens mit den verschiedensten Typen humaner Papillomviren. Die Infektion kommt über Haut-, und/oder Schleimhautkontakt zustande.

Besonders gefährlich sind die HPV-Typen 16 und 18. Sie können bei Frauen Gebärmutterhalskrebs, Tumore der Scheide (Vagina) und der Schamlippen (Vulva) sowie bei Männern Peniskrebs verursachen. Auch Krebs der Mundhöhle und des Darmausgangs (Anus) gehen vielfach auf HPV-Infektionen zurück. Die Infektion verläuft hier über Schleimhautkontakt.

Manche dieser Infektionen heilen von selbst wieder ab. Durch anhaltende (persistierende) Infektionen kann es jedoch dauerhafte Zellveränderungen geben. Daraus entstehen Krebsvorstufen und im weiteren Verlauf Gebärmutterhalskrebs oder andere Krebserkrankungen.

Die effektivste Art der Vorbeugung ist die Impfung für Mädchen und Jungen. Sie schützt zu 94 Prozent vor Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und zu 76 Prozent vor Krebs im Analbereich. Die Impfung sollte idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen.

Im welchen Alter sollte geimpft werden?

HPV-Viren sind bereits beim ersten Geschlechtsverkehr übertragbar. Dabei können sich Frauen und Männer gleichermaßen infizieren und werden zugleich zu potentiellen Überträgern. Deshalb ist es sinnvoll, wenn die Impfung möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr stattfindet – und zwar bei Mädchen und Jungen. Es besteht eine nachgewiesene Schutzwirkung vor dem ersten Sexualkontakt von 94% gegen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und 76% gegen Vorstufen von Krebs im Analbereich.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren. Ist dieser Zeitraum verpasst, kann sie zwischen 15 und 17 Jahren noch nachgeholt werden.

Eine bundesweite Empfehlung für die Altersgruppe ab 18 Jahre gibt es nicht. In diesem Alter haben bei den meisten Menschen bereits Sexualkontakte stattgefunden und eine bereits erfolgte Übertragung von HPV ist wahrscheinlich. Nach den derzeitigen Kenntnissen kann eine HPV-Impfung bestehende Infektionen und auch bestehende Krebsvorstufen nicht beseitigen.


Flyer zur HPV-Impfung

Der Flyer fasst die wichtigsten Informationen zum Thema HPV-Impfung zusammen.

Vortrag buchen, mehr über Krebsprävention bei Kindern erfahren:

Für Eltern, Lehrpersonal und Interessierte bieten wir fachärztliche Vorträge (in Präsenz oder Online) rund um die Krebsvorbeugung für Kinder und Jugendliche an. Neben der HPV-Impfung geht es auch um die Themen Ernährung, Bewegung und UV-Strahlung. Die Vorträge bieten wir im Rahmen des „Bündnis Krebsprävention NRW“ an.

Vortragsangebot

Krebsprävention für Kinder und Jugendliche